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Manche Tage...
... sind einfach nur mit einem Fragezeichen versehen...
radarmixer - 28. Feb, 12:36
Sylt
In den Tagen, die so vergehen und die wir mit vielen,...
radarmixer - 27. Feb, 17:10
Schuld
Es ist immer wohltuend, einen Schuldigen benennen zu...
radarmixer - 17. Feb, 12:53
Fragezeichen
Seit fast 2 Jahren Pause. Ich weiss gar nicht so genau,...
radarmixer - 14. Feb, 18:12
Schade,
daß ich ihn nicht kennengelernt habe.
Stanley Beamish - 17. Jun, 21:06

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28
Feb
2009

Manche Tage...

... sind einfach nur mit einem Fragezeichen versehen und fern jeglicher kursorischer Prosa. Der Mensch strebt immer nach Ordnung und Strukturen, will sagen: eigentlich ich, vermute aber, dass es vielen anderen ähnlich geht. Und dieses Streben ist oft gekennzeichnet von einem vergeblichen Bemühen. Wie glücklich bin ich in den wenigen Augenblicken, in denen ich ein Gerüst finde, an dem ich mich festhalten kann. Es muss aber ein Gerüst sein, das auch tatsächlich tragen kann. Dies muss man spüren. Flatterhaftes oder Modisches oder alles, was mit life style zu tun hat, trägt eben nicht. Doch wo finde ich ein solches Gerüst? Es ist dies die ewige Suche des Menschen, in der er sich zu klammern versucht, weil dieses Gefühl der Verlorenheit sich nicht ertragen lässt und doch ist es ein wesentliches Kennzeichen menschlicher Existenz. Manche Tage suchen wir nur und finden nicht. Es gibt aber auch Momente, in denen wir unseren Grund mehr als deutlich spüren und dieses ist dann immer wieder ein großes Geschenk.

27
Feb
2009

Sylt

In den Tagen, die so vergehen und die wir mit vielen, vor allem unwichtigen Dingen ausfüllen und ausfüllen müssen, werden immer wieder Erinnerungen hochgespült. Es gibt Eindrücke und Stimmungen im Leben, die einfach nicht in Vergessenheit geraten, weil sie ein ganz eigenes Gewicht haben und oft transzendenter Natur sind. Gerade aus diesem Grunde sind sie so wichtig, denn sie drücken etwas aus, was wir mit Worten nicht fassen können. Sie ruhen still auf dem Grunde der Seele und ihres Gedächtnisses.

Ich erinnere mich, wie ich als Kleinkind von etwa drei Jahren mit meinem Vater auf Sylt war. Nur mit meinem Vater, denn meine Mutter war bei meiner Geburt verstorben. Ich hatte ihn ganz für mich alleine und es waren ganz besondere Augenblicke, das spürte ich. Wenn ich heute daran zurückdenke, dann spüre ich das Wohlgefühl dieser Augenblicke körperlich. Nie mehr war es später so.

17
Feb
2009

Schuld

Es ist immer wohltuend, einen Schuldigen benennen zu können. Zum einen wird dadurch implizit die eigene Unschuld herausgestellt, zum anderen hat es etwas ungeheuer Befreiendes, jemanden zur Hand zu haben, dem man einfach Schuld zuschieben kann, denn jenen muss es einfach geben angesichts der vielen täglichen, teils unvermeidbaren Verstrickungen und zuletzt verursacht es ein tiefes Aufatmen, dieses Mal wieder einfach mal davongekommen zu sein. Eine sehr ambivalente Angelegenheit also, aber ungeheuer wichtig für die Psychologie des Alltags. Etwas einfachere Menschen reagieren hier im eigentlichen Sinne eher reflexhaft, während die Gebildeteren sublimere Methoden präferieren. Für den Autor dieser Zeilen besteht jedoch keine besondere Veranlassung zu diesen Feststellungen, er ist im Augenblick weder mit Schuld konfrontiert, noch ist er unschuldig, für den Moment jedenfalls...

Frei nach Fernando Pessoa

14
Feb
2009

Fragezeichen

Seit fast 2 Jahren Pause. Ich weiss gar nicht so genau, was ich hier soll. Zum Spaßig-Sein fehlt es mir an Fröhlichkeit, über ein gängiges und flottes Sprachgefühl verfüge ich nicht und über meine Befindlichkeiten zu sprechen, habe ich auch keine Neigung. Was ich verspüre ist, dass ich jeweils aus den Büchern, die ich gerade lese, lebe.

Mr. Beamish?

16
Jun
2007

Leben und Sterben



Was ist los? Je tiefer dieses Bedürfnis nach Ruhe dringt, desto weniger scheint sie erreichbar..., ja es scheint geradezu anmaßend zu sein, unpassend und unangemessen, sie sich zu wünschen.

Es ist nicht nur die tägliche Arbeit, die ihren Tribut fordert, es ist noch vieles mehr, immer wieder Überraschendes. Es gibt aber auch Augenblicke der Geborgenheit und des Gefühls, getragen zu werden, es gibt auch Momente, in denen Energie und Leben zu spüren sind, es gibt auch Momente kindlicher Ausgelassenheit und Fröhlichkeit. Im Augenblick aber... Was soll die Jammerei, im Kern interessiert es doch niemanden, kann es ja auch nicht, dies ist eine der Grundbedingungen menschlicher Existenz, mit der man sich offenbar abfinden muss, nicht eine Einsamkeit ist zu beklagen, aber jeder Mensch ist dazu verurteilt, mit sich, dem Eigenen selber irgendwie fertig zu werden.

Ja, im Job haben wir im Augenblick die nicht mehr zu übersehenden Fehler des Managements auszubaden und wir schwimmen in einem Ozean von Problemen und wissen nicht, wie es weitergeht.

Die Kinder... heute ein Zeugnis, einer bleibt sitzen, nur nicht der, von dem wir es erwartet haben. Aufgrund einer unglaublich ignoranten Bewertung eines Deutsch-Lehrers: schriftliche Arbeiten einschl. Klausur in der Zentralprüfung im Durchschnitt 3,1 und eine 4 wird gegeben. Es fehlt somit der Ausgleich für eine 5 in Französisch. Das bedeutet Widerspruch und Einleiten des Rechtsweges.

Und mein Patenonkel, der mir meine ersten 3 Lebensjahre eine Heimstatt gegeben hat und aus dessen Familie ich unglücklicherweise herausgerissen wurde, liegt im Sterben. Er war der erste, bei dem ich voraussetzungslose Liebe und Zuneigung spüren durfte und fast wäre er der letzte geblieben. Ich war heute bei ihm, er ist nicht mehr bei Bewusstsein...

Manchmal möchte man sich einfach nur noch in die Ecke setzen.... Woher kommt nur die Kraft?

Und es gibt immer noch Menschen, denen es noch ganz anders geht..... Ich will kein Bedauern, es reicht vielleicht, es einfach mal loszuwerden.

20
Apr
2007

Noch `ne Erholung



Heute hatte ich eine ernsthafte Zwiesprache mit meinem schwarzen Kampfeisen. Es dauerte ungefähr eine Stunde und es war leicht zugig, verbunden mit leichten Turnübungen - ein Mal Hüfte links, ein Mal Hüfte rechts - im alternierenden Wechsel. Das gute Stück lebte wieder so richtig im schrägen Element. Das Ergebnis der Zwiesprache:
1. MEHR
2. die KNALLTÜTEN müssen wieder rauf!
Mmmh, war richtig lecker!

15
Apr
2007

ERHOLUNG



Ich habe es genossen, diese eine Woche nach Ostern, fast nichts gemacht, draußen auf der Terrasse gelegen, ein bisschen gelesen, Musik gehört, einfach treibenlassen. Es hat richtig gut getan und morgen stürze ich mich wieder ins Gewühl...

14
Apr
2007

RESILIENZ



Wir leben und erleben so viel. Manchmal fehlen einfach die Worte und unsere Wahrnehmung ist nicht genügend geschärft, um Dinge, die vorüberziehen, zu erkennen und vor allem zu würdigen. Oft gewinnen diese Dinge durch ihre Benennung überhaupt erst eine Bedeutung. Durch Benennung werden die Dinge so in das Bewusstsein gehoben, wenn man ansonsten achtlos an ihnen vorbeigegangen wäre. So ergeht es mir jetzt mit dem Begriff Resilienz, der im Zusammenhang mit der Musik von J.S. Bach in einer Sendung des WDR 5 fiel.

Wer kennt sie nicht, die Musik von J.S.Bach. Lange Zeit war sie mir rätselhaft, oft erschien sie mir zu diszipliniert, zu geordnet, zu kalt. Mozart war mir näher, ist mir heute auch noch nahe, sehr nahe. Meine Vorliebe galt Mozart, weil ich meine Gefühle unmittelbar angesprochen fühlte, diese Fröhlichkeit, in der ich erst später den Schmerz und die Schwermütigkeit entdeckte, vor Bach dagegen hatte ich immer Respekt. Den strengen Protestantismus glaubte ich in ihm zu erkennen und dessen strenge Zucht schreckte mich. Manche Stücke jedoch machten mich neugierig und ich hörte sie in besonderen Momenten, nie nebenher, weil sie mir in einem gewissen Sinne heilig waren und heute auch noch sind. Dazu zählen u.a. die Goldberg-Variationen, eingespielt von Glenn Gould, diesem kanadischen Genie, dessen Markenzeichen das Mitsummen der Partituren war. Und heute stelle ich fest, dass ich viel zu wenig von Bach kenne. Seine Musik geht in die Tiefe, in die tiefsten Verästelungen der Seele, dort, wo auch die Verwundungen sitzen, die Narben, die nicht gehen wollen. Dieses Thema wurde in der angesprochenen Sendung aufgegriffen: die Musik Bachs ist ohne sein seelisches Erleben, ohne seine Traumata nicht denkbar. Diese Tramatisierungen hat er in seiner Musik auf die ihm eigene Art verarbeitet. Er hat diesen Schmerz nicht herausgeschrieen, er hat ihm eine Form, einen besonderen Ausdruck gegeben, einen musikalischen, tief emotionalen. Als Stichwort wurde hier der Begriff Resilienz angesprochen, der mir neu als Begriff, nicht aber als gegebene und gelebte Haltung ist. Mit diesem Begriff läßt sich die Bach`sche Musik erschließen: das Leben ist oder ist nicht, der Schmerz ist da und vernichtet doch nicht, alles ist wichtig und unwichtig zugleich, wir irren durch unser Leben und finden nirgendwo richtigen Halt. Und dennoch, ganz besonders in schwierigen und kritischen Situationen ist oft etwas da, was uns hält. Nicht immer und nicht bei allen Menschen. Worauf es ankommt, ist offenbar, dass wir dem Erlebten in der uns je eigenen Art Gestalt verleihen. Dies muss sicher nicht immer substanzhaft oder materiell geschehen, denkbar ist auch ein Verarbeiten auf andere Art, durch Verhalten, durch musikalische oder bildende Kunst usw.. Es ist dieser berühmte Schritt heraus aus der Passivität. Das Schreckliche, das uns widerfährt, muss uns nicht zwangsläufig vernichten, wir können eine bestimmte Einstellung zu ihm gewinnen und es auf eine bestimmte Art verwandeln, indem wir mit ihm arbeiten. Bach hat diese Prozesse lebendig gemacht und für uns konserviert, zeitlos gültig. Der non-verbale Ausdruck allein gibt dem konkret Erlebten Sinn und Gehalt. Hier ist die Tiefe und das Zeitlose spürbar, so dass dem Konkreten der Schrecken genommen wird, das Schreckliche wird entmystifiziert und so erlebbar gemacht, es wird –Heidegger würde vielleicht sagen – entschreckt.

Aus dem Dunkel der Erinnerung geraten manchmal Fetzen des Vergangenen in das Bewusstsein und ich frage mich manchmal, ob die Erinnerung das Erinnerte vielleicht doch verfälscht, in das Erträgliche oder Unerträgliche. Doch was ist es, wenn sich die Gedanken wiederholen, bestimmte Situationen sozusagen perpetuiert sind, weil sie immer wieder einfach nur da sind? Diese Erinnerungen haben einen realen Hintergrund. Erinnerungen, die das Erlebte relativieren, sind eher selten und hintergründig. Die Tatsache, dass es ein Überleben des Erlebten gibt, lässt auf diesen erwähnten unantastbaren Kern schließen, der sich nicht hat berühren oder verletzen lassen. Ich meine, dieser Gedanke hat etwas Österliches… wie immer man es sehen mag. Egal wie, dieser Gedanke spendet Mut, finde ich.
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